Gewächshausbau

Der Sinn eines Gewächshauses ist es, bei der Kultivierung von Pflanzen eine gewisse Unabhängigkeit von der Aussentemperatur zu erreichen. Man nutzt dabei den Gewächshauseffekt (auch Glashaus- oder Treibhauseffekt genannt). Dieser entsteht durch die selektive Transparenz von Eindeckmaterialien, die kurzwellige, energiereiche Strahlung durchlassen, langwellige Wärmestrahlung allerdings nicht. So wird die Einrichtung des Gewächshauses durch das einfallende Sonnenlicht erwärmt, die Strahlung im infraroten Bereich, die vom erwärmten Innenraum abgegeben wird, kann allerdings nicht mehr nach draussen.

Gewächshäuser können aufgrund verschiedener Merkmale unterschieden werden.

Bauformen von Gewächshäusern

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kleingewächshäusern und Produktionsgewächshäusern.

Kleingewächshäuser sind oft im Hobbybereich in Privatgärten zu finden. Ihre Ausstattung ist minimal und beschränkt sich in der Regel auf grundlegende Konstruktionselemente und eine Eindeckung aus Glas, Stegplatten oder Folie.

 Fa. Beckmann, Folientunnel T  Fa. Beckmann, Typ A 10 D  Fa. Palmen, Typ Rimini
Folientunnel T, Firma Beckmann (Folie) Typ A 10 D, Firma Beckmann (Stegplatten) Typ Rimini, Firma Palmen (Glas)

Produktionsgewächshäuser dagegen sind ausschliesslich im professionellen Bereich anzutreffen. Die Grösse von solchen Anlagen kann im Hektarbereich liegen. Der Grad ihrer technischen Ausstattung variiert von Betrieb zu Betrieb, eine elektronische Klimaregelung ist heute allerdings Standard.

 Breitschiff-Gewächshaus  Venlo-Gewächshaus
Breitschiff-Gewächshaus Gewächshaus in Venlo-Bauweise

Weiter können Gewächshäuser nach ihrer Bauform unterschieden werden.

Breitschiff-Gewächshaus, Breite 12,80m Venlo-Gewächshaus,mehrere Kappen â 3,20m Folien-Gewächshaus
Foliengewächshaus, mehrere Kappen Folientunnel

Eindeckmaterialien

Bei den Eindeckmaterialien steht die Wahl zwischen Glas, Kunststoff und Folie. Bei der Auswahl entscheidend sind Lichtdurchlässigkeit (spektral), Wärmedurchgang (U-Wert) und der Preis.

Material Lichtdurchlässigkeit / % IR-Durchlässigkeit / % Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) / W/(m2 x s) Preis / € pro m2
Glas 89-93 0
Glasfaserverstärktes Polyester 85-89
Well-PVC 80-87
PE-Folie 92-94 43-75
Tedlar-Folie 93-94 20-40
Luftpolsterfolie 88-90
Stegdoppelplatte 86-88
Glas + Polyester 81-82
PE-Folie + Glas 84-85
Luftpolsterfolie + Glas 80-83

Jede Art von Material hat Vor- und Nachteile. Glas beispielsweise ist zwar teuer und schwer, in punkto Beständigkeit und Lichtdurchlässigkeit aber nicht zu übertreffen. Durch Verwendung von Isolierverglasung (Doppelscheiben) kann der Wärmebedarf reduziert werden, allerdings sinkt dadurch auch die Lichtdurchlässigkeit. In der gärtnerischen Praxis werden die Stehwände meist mit Isolierglas, das Dach mit Einfachglas eingedeckt.

Folien sind leicht und relativ billig, ein grosser Nachteil ist jedoch oft die mangelnde Haltbarkeit. UV-Strahlung lässt Folien altern, was zu verminderter Lichtdurchläsigkeit führt. Es gibt zwar inzwischen einigermassen UV-stabile Folien, die Haltbarkeit hält sich gegenüber Glas trotzdem in Grenzen. Darüber hinaus neigen Folien eher zum Verschmutzen als Glas. Ein grosser Vorteil ist auch das geringe Gewicht, was die Konstruktion tragender Elemente wesentlich vereinfacht.

… 2b continued …

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