Linde

drawing:
drawing: linde.png
latin name:
Tilia
application:
Erkältung, grippale Infekte, Schnupfen, Husten, Hustenkrampf, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Darmentzündung, Verstopfung, Rheuma, Blasenentzündung, Bluthochdruck, Wassersucht, Ödeme, Kopfschmerzen, Migräne, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Hexenschuss, Ischias, Wunden, Furunkel, Falten, beruhigend, blutreinigend, entspannend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schweisstreibend
use:
Blüten
substance:
Ätherisches Öl, Farnesol, Saponine, Flavonglykoside, Glykoside, Flavonoide, Gerbstoff, GerbsäureSchleim
timeofharvest:
Juni
fertilizer:
Bienenweide

Kurze Info

In den Wäldern Mitteleuropas sind mit der Sommer- und der Winterlinde sowie der Silberlinde nur wenige Lindenarten heimisch. Trotzdem spielen diese Baumarten eine nicht ganz unwesentliche Rolle sowohl im hiesigen Brauchtum wie auch in der Forstwirtschaft. Viele Orte in Mitteleuropa hatten früher ihre Dorflinde, die das Zentrum des Ortes bildete und Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch und die Brautschau war.

Getrocknete ergeben Lindenblüten einen Heiltee, der beruhigend auf die Nerven wirkt. Verwendet für die Herstellung von Tee wird der gesamte Blütenstand mit dem dazugehörigen Hochblatt. Lindenblütentee wirkt bei Katharren der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und lindert Halsschmerzen Die anderen Inhaltsstoffe wie die Glykoside geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkältungen, grippalen Infekten und Katharren der oberen Atemwege und als Begleitbehandlung auch bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischialgie eingesetzt. Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen,Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.

Für einen Linden-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Lindenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Lindenblütenextrakte werden auch Badekonzentraten wegen der beruhigenden und einschlaffördernden Wirkung zugesetzt.

Von Imkern wird die Linde während der Blüte als Bienenweide besonders geschätzt, da die Bienen aus dem Nektar der Linde beachtliche Mengen an Lindenblütenhonig produzieren können.

Das Holz der Linde wird hauptsächlich bei der Bildhauerei und Holzschnitzerei verwendet. Linde wird außerdem oft als Tonholz im E-Gitarrenbau verwandt.

Vor der Einführung von Leinen und Hanf (also vermutlich bis zur Spätantike) verwendete man in Mitteleuropa die Fasern des weichen Lindenholzes - den Bast – zur Herstellung von Seilen, Matten, Taschen und Kleidung. Der Lindenbast wurde im Mai von jungen Linden gewonnen, indem man die Rinde abschälte, die weiche Innenseite abtrennte und ins Wasser legte, bis sich der Bast ablöste, der dann in der Sonne getrocknet wurde.

pi