Weide

drawing:
drawing: weide.png
latin name:
Salix
english name:
Willow
application:
Erkältungen, Grippale Infekte, Fieber, Rheuma, Gicht, Blasenentzündung, Migräne, Kopfschmerzen, Neuralgische Schmerzen, Verhornte Haut, Hühnerauge, Warzen, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend, schweisstreibend
use:
Rinde, Blätter
substance:
Salicin, Gerbstoffe, Phenolglykoside

Kurze Info

Die Weide ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Weidengewächse. Sie enthält etwa 450 Arten. Unter den Weidenarten gibt es bis 30 Meter hohe Bäume, aber auch Zwergsträucher, die nur 3 Zentimeter hoch werden. Die baumartig wachsenden Weidenarten sind in der Regel schnellwüchsig, aber auch relativ kurzlebig.

Die Borke der Weiden kann getrocknet und als Tee aufgebrüht werden. Vor allem das Salicin wird im Körper zu Salicylsäure umgewandelt, welches der Grundstoff von Medikamenten auf der Basis von Acetylsalicylsäure (ASS) ist. Die Wirkung der Weidenborke (Weidenrinde) ist aber stärker, als es dem Salicingehalt entspricht, daher werden synergistische (unterstützende) Wirkungen der sonstigen Inhaltsstoffe vermutet. Auch äusserlich kann man Weide-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Das Weidenlaub wurde im Mittelalter als harntreibendes Mittel eingesetzt.

Lebende Weiden sind ein wichtiges Arbeitsmittel in der Ingenieurbiologie. Wegen ihrer guten Bewurzelungseigenschaft und den geringen Ansprüchen an den Boden werden Weiden häufig zur Befestigung des Bodens verwendet, zum Beispiel an Hängen mit Rutschgefahr. Im zeitigen Frühjahr geschnittene Zweige wurzeln schon nach mehreren Tagen. Hieraus lassen sich „lebende Zäune“ bauen, die im Laufe der Jahre sehr dicht werden können, wenn man die Seitentriebe ineinander verflechtet.

Die Zweige von Weiden, vor allem der Korb-Weide, dienen als Material zum Flechten von Flechtwerk z.B. Körben. Weidenzweige waren früher wichtig im Bauhandwerk, in Flechtwänden, in geflochtenen Ausfachungen von Fachwerk und als Bindemittel, den sogenannten Wieden beim Weichdach aus Ried oder Stroh.

Nach einer Faustregel gilt: Je schmaler die Blätter sind, desto besser lässt sich die Weide verflechten. Weiden mit runden Blättern sind oft recht brüchig.

Die Blätter der meisten Weidenarten sind als Viehfutter geeignet.

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