Allelopathie

Die Allelopathie ist ein Teilgebiet der chemischen Ökologie. Sie befasst sich mit den Wechselwirkungen, die durch die Abgabe von selbst produzierten oder beim Zerfall freigesetzten chemischen Verbindungen (allelochemicals) zwischen Pflanzen derselben oder verschiedener Arten, Pflanzen und Mikroorganismen bzw. Pflanzen und Pilzen induziert werden, der Synthese, Verteilung, Persistenz und der Wirkung dieser Stoffe im Empfängerorganismus.

Allelochemikalien sind in der Regel Produkte des pflanzlichen Sekundärstoffwechsels und werden aus einigen wenigen Ausgangssubstanzen synthetisiert. Ihre Verbreitung erfolgt in gasförmiger(Verdunstung), flüssiger (Wurzelexsudate, Auslaugen durch Regen, Nebel, Tau)oder fester Form (verrottende Pflanzen bzw.Pflanzenteile).

Das Ethylen dürfte am bekanntesten sein. Dieses Reifegas, ein Ektohormon, wird vor allem ausgeschieden von Äpfeln, Aprikosen, Avocados, Baumtomaten, Birnen, Papayas, Passionsfrüchten, Pfirsichen und Nektarinen. Es lässt Blumen in der Vase schnell welken, Kartoffeln keimen und schrumpfen, Gurken werden gelb und weich, die Blätter von Dill, Kohl, Petersilie und Salat gelb und Möhren bitter werden, Rosenkohl sein Aroma und die Zwiebeln ihre Schärfe verlieren. Auch viele Bakterien stellen es her. Ethylen wird großtechnisch angewandt, um die Bananen in Kühlhäusern zur Reifung zu bringen. Es kann auch die Saatkeimung verhindern und das Wachstum anderer Pflanzen einschränken.

Die Kenntnis allelopathischer Wechselwirkungen ist Voraussetzung für eine praktische Nutzung dieser Effekte in Gartenbau, Land-und Forstwirtschaft (Züchtung von Pflanzen mit hohem allelopathischem Potential gegenüber Konkurrenzpflanzen, Verwendung allelopathischer Substanzen zur biologischen Kontrolle von Konkurrenzpflanzen, Reduzierung von allelopathisch bedingten Ertragsverlusten).

Im Bereich unseres Umfeldes 'Garten' sind mannigfache gegenseitige Einwirkungen bekannt, die ihren Niederschlag finden in den empfohlenen Begleitpflanzen und in der Warnung vor Pflanzenfeinden.

Wir sollten uns diese Zusammenhänge nutzbar machen.

Beispiele für Allelopathie

  • Beinwell fördert das Wachstum anderer Pflanzen durch Wurzelausscheidungen.

*Ringelblume tötet durch ihre Wurzelausscheidungen Nematoden, wehrt Drahtwürmer und schwarze Bohnenlaus ab.

  • Kartoffeln konnten ursprünglich Kartoffelkäfer durch Duftstoffe hindern, ihre Eier abzulegen. Heutige Zuchtformen können das nicht mehr.

*Steinklee vertreibt durch seine Wurzelausscheidungen Mäuse, wird seinerseits behindert von Hahnenfuß.

  • Sellerie verhindert die Kopfbildung von Salat.

*Unter Walnussbäumen werden oft Sitzplätze angelegt, weil der Geruch eines ätherischen Öls in Blättern und Fruchtschalen Fliegen, Läuse, Motten, Mücken, Wanzen und andere Insekten vertreibt. Ältere Blätter, Schalen und Wurzeln geben an den Boden das ungiftige Hydrojuglon ab, das nach Umwandlung durch Mikroorganismen in Juglon, einen giftigen Gerbstoff, umgewandelt wird. Er hemmt die Keimung vieler Pflanzen außer Gräsern und Brombeeren und unterdrückt andere Pflanzen. Das muss beim Pflanzen berücksichtigt werden, die Wurzeln reichen ziemlich weit über den Kronenbereich hinaus. Unterpflanzungen sollten unterbleiben.

  • Dill wehrt durch seine Geruchsausscheidungen Krankheiten bei Gurken, Kohl, Karotte, Roter Bete, Salat und Zwiebeln ab. Er fördert die Keimung.
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