Keimung

Als Keimung bezeichnet man in der Botanik sowohl die erste Stufe der Ontogenese bei Samen als auch die Sprossung der Überdauerungsorgane wie Rhizome, Knollen, Zwiebeln, Brutknospen oder bei Pollen und Sporen. Im engeren Sinn wird jedoch vor allem der Beginn der Entwicklung des Samens der Samenpflanzen (Spermatophyta) als Keimung bezeichnet.

Für die Keimung von Samen sind Wasser, Wärme und Sauerstoff nötig, manchmal auch Licht oder Dunkelheit. Verschiedene Arten von Samen benötigen verschiedene Keimbedingungen, vor allem die richtige Temperatur ist wichtig, um die Keimruhe zu überwinden. Manche Samen können sogar erst nach Frost oder nach Waldbränden keimen.

Dunkelkeimung

Die Samen der Dunkelkeimer beginnen unter Ausschluss von Licht zu keimen. Dazu werden die Samen vollständig mit Erde bedeckt. Die Saat wird in Löcher oder Rillen gesät oder flächig ausgebracht. Danach wird sie mit einer Schicht Erde abgedeckt. Die Dicke der Schicht ist abhängig von der Samengröße. Zuletzt wird die Erde leicht angedrückt. Ein zu dicht ummantelter Samen kann schlechter atmen.

Lichtkeimung

Die Lichtkeimer benötigen Helligkeit, um keimen zu können. Die Samen werden bei der Aussaat nicht mit Erde bedeckt. Sie werden nur leicht in die Erde gedrückt. Dadurch bekommen sie einen guten Kontakt zur feuchten Erde.Die Samen benötigen Helligkeit, aber kein direktes Sonnenlicht.

Kaltkeimung

Als Kaltkeimer, früher auch Frostkeimer genannt, bezeichnet man Pflanzen, deren Samen eine Kälte- oder Frostperiode durchlebt haben müssen, bevor die Keimung ausgelöst wird. Im Bereich Gartenbepflanzung handelt es sich dabei zumeist um alpine Stauden aus kälteren Gegenden, die dickere und härtere Samenschalen als üblich haben. Nachdem die Samen durch Feuchtigkeit aufgequollen bzw angekeimt sind, sorgen tiefe Temperaturen von −5 bis +5 Grad Celsius nach 4 bis 8 Wochen dafür, dass sich das Verhältnis von keimhemmenden und keimfördernden Substanzen im Saatgut zugunsten der keimfördernden Substanzen verschiebt und der Same austreibt. Frostkeimer werden daher im September bis November ausgesät, manche Sorte erst im späten Winter. Zu spät ausgesäte Kaltkeimer, die keine ausreichend lange Kälteperiode durchlaufen können, keimen erst nach dem nächsten Winter. Wenn die Saat künstlicher Kälte ausgesetzt wird, z. B. in einem Kühlschrank, nennt man das Stratifikation. Manche Kaltkeimer benötigen verschiedene Temperatur in verschiedenen Entwicklungsphasen, um keimen zu können.

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